Zwei Filmabende, viele Eindrücke – und vor allem eines: Lust, genauer hinzuschauen – oder vielleicht sogar neu hinzusehen.
Im Rahmen der Ökofilmtour durften wir gleich zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen inspirierende Filme erleben. Beide haben gezeigt, wie vielfältig Wege sein können, sich für Natur und Landschaft einzusetzen – und dass es dabei nicht um Perfektion, sondern um Entwicklung geht.
Der Film über das Leben von Michael Succow, oft als „Vater der Naturparks“ bezeichnet, hat eindrucksvoll vermittelt, was es bedeutet, sich über Jahrzehnte hinweg für eine Idee einzusetzen. Rückschläge gehören dazu – entscheidend ist, dranzubleiben, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Was anfangs unmöglich erscheint, kann mit Ausdauer und Zusammenarbeit Wirklichkeit werden. Im anschließenden Gespräch mit Dr. Martin Flade (ehemals Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin) und Hannes Hause (Ranger) wurde deutlich, wie komplex die Umsetzung von Schutzgebieten ist – damals wie heute. Gleichzeitig wurde aber auch spürbar, wie viel bereits erreicht werden konnte, oft im Miteinander mit Landwirtschaft und den Menschen vor Ort. Ein Beispiel, das besonders in Erinnerung bleibt: Durch gezielte Pflegemaßnahmen konnte einer bereits verschwunden geglaubten Orchideenart wieder ein Lebensraum gegeben werden – ein Erfolg, der zeigt, dass sich Engagement auszahlen kann.
Auch der zweite Film „Marias Garten – ein ökologisches Paradies auf märkischem Boden“ eröffnete neue Perspektiven. Er erzählt die Geschichte einer Künstlerin, die ohne landwirtschaftliche Vorkenntnisse begann und heute auf großer Fläche einen Ort geschaffen hat, der sowohl Menschen als auch einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Raum bietet. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Verzicht, sondern ein anderer Blick auf Nutzung: natürliche Kreisläufe stärken, Vielfalt zulassen und Kooperation fördern. Das anschließende Gespräch zeigte, wie groß das Interesse an naturnahem Gärtnern ist – und wie viele Ideen sich auch im Kleinen umsetzen lassen. Dabei wurde ein Gedanke besonders greifbar: Wir dürfen lernen, neu zu sehen. Ein Garten muss nicht immer „aufgeräumt“ wirken, um wertvoll zu sein – im Gegenteil. Gerade in der vermeintlichen Unordnung steckt oft das meiste Leben. Ein liegen gelassener Laubhaufen wird zum Lebensraum für Insekten, die wiederum Vögel anlocken. Was für uns zunächst ungewohnt aussehen mag, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als lebendiges Zusammenspiel vieler kleiner und großer Akteure. Wer Vielfalt zulässt, wird mit Beobachtungen belohnt, die ein klassisch „ordentlicher“ Garten oft nicht bieten kann. Viele dieser Ansätze werden bereits in unserer Region gelebt, etwa in Gärten, die als „Natur im Garten“ ausgezeichnet sind und durch ihre besondere Strukturvielfalt und Artenreichtum hervorstechen. Und ganz nebenbei bringen sie auch praktische Vorteile: Mehr Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten sorgen für eine zuverlässigere Bestäubung unserer Pflanzen. Ein lebendiger Boden – etwa durch liegen gebliebenes Laub – wird fruchtbarer und widerstandsfähiger.
Beide Abende haben gezeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Aber es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen – im Großen wie im Kleinen. Oft beginnt es mit einem neuen Blick auf das, was schon da ist.
Wer Lust hat, sich weiter auszutauschen, Ideen mitzunehmen oder eigene Erfahrungen zu teilen, ist herzlich zur 3. Senziger Pflanzenbörse am 25.04. eingeladen. Sie bietet eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Pflanzen zu tauschen und neue Impulse für Garten und Natur direkt vor der eigenen Haustür zu sammeln.











































